Aufbau und Funktion eines Weidezauns

Aufbau und Funktion eines Weidezauns

Ein Weidezaun oder Elektrozaun wird genutzt um Tiere auf einer Weide einzuzäunen oder sie von etwas fernzuhalten. Das Tier bekommt beim berühren des Zaunes einen, für Tiere und Menschen, ungefährlichen aber unangenehmen Stromschlag wodurch die Tiere Respekt vor dem Zaun bekommen.

Für den Bau eines Weidezauns benötigt man ein Weidezaungerät, Zaundraht, Isolatoren, Weidepfähle und eine ausreichende Erdung, zusätzlich werden noch Zuleitungen und Verbinder benötigt.

  1. Das Weidezaungerät erzeugt regelmäßige elektrische Impulse.
  2. Der Zaundraht transportiert den Strom entlang des Weidezaunes.
  3. Die Isolatoren sorgen dafür das der Strom nicht in den Boden abgeleitet wird
  4. Bei Tierberührung fließt der Strom durch den Tierkörper hindurch in den Boden.
    Der Strom kann auch durch langes Gras (Bewuchs) in den Boden fließen.
  5. Die Erdstäbe führen den Strom wieder zum Weidezaungerät zurück

 

Elektrozaunsystem

 Für eine gute Funktion des Elektrozauns sind die Leitfähigkeit der Zaunleiter, die Erdung und das Elektrozaungerät entscheidend.

 

1. Die Leitfähigkeit der Zaunleiter

Um Weidezäune mit großen Längen zu bauen werden Zaundrähte mit einer hohen Leitfähigkeit benötigt, wie z.B. Stahldrähte, HippoWire, Breitbänder und Litzen mit Kupferleiter.
Ebenfalls spielt der Bewuchs am Zaun eine große Rolle für die maximal mögliche Zaunlänge. Bei normalem Bewuchs muss ich die angegebenen empfohlenen Zaunlängen halbieren, bei starkem Bewuchs sogar vierteln um die maximale Leistung am Zaunende zu erreichen.

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2. Die Erdung

Da der Strom durch den Boden über die Erdstäbe zum Weidegerät zurück fließt ist es sehr wichtig, dass die Erdung ausreichend dimensioniert wird. Die Teile der Erdung sollten verzinkt sein da Rost isoliert. Bei trockenen, sandigen oder steinigen Böden muss ich die Anzahl der Erdstäbe erhöhen oder längere Erdstäbe verwenden damit das Weidezaungerät seine volle Leistung erzielt. Die Anzahl der benötigten Erdstäbe wird meist in den Daten des Elektrozaungerätes angegeben.

Bei Erdung eines Elektrozaungerätes in Gebäudenähe muss der Abstand zur Schutzerde, zu Wasserleitungen und der Erdung des Stromnetzes 10 m betragen. Zur Verbindung zwischen Elektrozaungerät und Erdstäben sollte eine doppelt isoliertes Kabel von ausreichendem Querschnitt verwendet werden. Alle Verbindungen im Bereich der Erdung müssen fest verschraubt sein.

3. Das Elektrozaungerät

Da ein leistungsfähiges Elektrozaungerät die Basis für die Stromversorgung des Elektrozauns ist, sollte bei der Wahl des Gerätes auf folgende Punkte geachtet werden.

  • Der Bewuchs am Zaun

    Dabei unterscheidet man zwischen ohne Bewuchs, leichter Bewuchs, normaler Bewuchs und starker Bewuchs.
    Mit hohen Impulsenergien kann Bewuchs am Zaun vernichtet werden und trotz des Bewuchses eine hohe Zaunspannung gehalten werden.

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    ohne Bewuchs leichter Bewuchs normaler Bewuchs starker Bewuchs
  • Die Zaunlänge

    Gibt die einfache Länge der Zaunanlage an.
    Vorteilhaft sind mehr drahtige Zäune wo in regelmäßigen Abständen die Drähte untereinander verbunden sind.

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  • Die Tierart

    Es wird unterschieden zwischen leicht und schwer zu haltenden Tieren.
    Beispiele für leicht zu haltende Tiere: Rinder, Pferde, Schweine, Katzen, Hunde
    Beispiele für schwer zu haltende Tiere: Wildtiere, Schafe, Ziegen, Federvieh

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    Leicht zu haltende Tiere Schwer zu haltende Tiere
  • Die Stromquelle

    • 230 Volt Wechselstrom
      Der Anschaffungspreis des Weidezaungerätes ist relativ niedrig und die Energiekosten sind gering.
    • 12 Volt Akku
      Energiekosten sind gering aber der Wartungsaufwand für den Akku ist hoch.
    • 12 Volt Akku mit Solarzellen
      Höherer Anschaffungspreis aber unabhängige Energieversorgung und geringer Wartungsaufwand.
    • 9 Volt Trockenbatterie
      Guter Komfort und Handlichkeit der Geräte jedoch nur geringe Leistungsstärke und teuer da Batterien nichtwieder aufladbar sind. Leere Batterien müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Erfahrungen und Hinweise

Für einen hütesicheren Zaun muss nach VDE auch bei Belastung eine Mindestspannung von 2000 Volt an jeder Stelle des Zaunes vorhanden sein. Für die Praxis werden Zaunspannungen zwischen 3000 und 4000 Volt empfohlen.

Die Zaunspannung sollte täglich mit einem Prüfgerät gemessen und geprüft werden. Auch sollte der komplette Weidezaun regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert werden.

Auszug aus der Sicherheitsnorm: Jeder Teil eines Elektrozauns, der entlang einer öffentlichen Straße oder eines öffentlichen Weges installiert ist, muss in häufigen Intervallen durch Warnschilder gekennzeichnet sein. Diese müssen sicher an den Zaunpfosten befestigt oder fest an den Zaundrähten verklemmt sein.

Weidezaungerät dürfen nur in nicht feuergefährdeten Gebäuden installiert werden. Zusätzlich muss vor der Einführung der Zuleitung vom Zaun in das Gebäude ein Blitzschutz installiert werden.

Einzäunen von Tieren ist einfacher als Auszäunen. Die eingezäunten Tiere kennen den Elektrozaun und respektieren diesen zuverlässig. Beim Auszäunen kommen Tiere mit dem Zaun in Kontakt die vorher noch keine Erfahrungen mit einem Elektrozaun gemacht haben. Daher ist es wichtig beim Auszäunen ein leistungsstärkeres Elektrozaungerät zu verwenden damit die Tiere von Anfang an einen einprägsamen elektrischen Stromschlag abbekommen.

Es ist besser ein etwas stärkeres Elektrozaungerät zu verwenden als nötig um Verluste die durch Verbindungen, Bewuchs und Korrosion auftreten können auszugleichen.

Wenn die Spannung am Weidezaun zu gering ist, liegt es meist nicht am Weidezaungerät. Oft sind eine nicht ausreichende Erdung oder defekte Drähte der Grund.

 

Alles für Ihren Weidezaun finden Sie im Bereich Weide- und Elektrozaun. Wir vom AGRI-Service Walluch beraten Sie auch gerne am Telefon persönlich.

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