Frostsichere Tränketechnik

Tränketechnik für die Kalte Jahreszeit

Grundlagen

In der Landwirtschaft ist Wasser das wichtigste und günstigste Nahrungsmittel für Ihre Tiere. Daher sollte es immer in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stehen. Bei der Planung seiner Tränketechnik sind einige Aspekte und Vorgaben zu beachten und einzuhalten. Neben der richtigen Auswahl der Tränken und dem passenden Aufstellungsort ist die richtige und sichere Installation zu gewährleisten.

Folgende Normen und Vorgaben sollten beachtet und angewendet werden:

-          Elektrotechnische Normen wie Niederspannungsrichtlinien, Elektro-Installationsvorschriften in der Landwirtschaft VDE 0105-115 und Vorschriften des Energiespargesetzes

-          Trinkwasserverordnung und Bestimmungen der örtlichen Wasserversorger

-          Nationale und örtliche Sicherheitsvorschriften

-          Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz (VSG 1.1)

-          Vorschriften des Brandschutzes und versicherungsrechtliche Bestimmungen und Vorgaben

Was sind die Kriterien für die Auswahl der passenden Tränke?

Die wichtigste Frage ist ob der ausgewählte Tränketyp zur Tierart und zum Alter des Tieres passt. Weiterhin muss man überlegen ob die Wassermenge pro Minute, das Wasservolumen der Tränke und vor allem die Anzahl der Tränkebecken für meine Tiergruppe ausreichend ist. Wichtig ist auch zu achten ob der Einsatzort Frostgefährdet ist.

Der Wasserbedarf von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden ist sehr unterschiedlich. Eine Kuh benötigt 50 bis 160 Liter pro Tag, ein Rind unter 1 Jahr benötigt beispielsweise nur 15 bis 30 Liter am Tag.

Wie sollte die richtige Montage erfolgen?

Die Höhe der Tränkebecken muss auf die Größe der Tiere abgestimmt werden. Bei Kälbern variiert die Höhe je nach Alter von 40cm bis 60 cm, Jungrinder benötigen 60 bis 70 cm und bei ausgewachsene Rindern muss die Tränke in 70 bis 90 cm Höhe hängen. Die Anordnung der Weidetränke im Stall sollte nach Möglichkeit so weit wie möglich von der Futterstelle entfernt sein. Daher wird ein nasswerden des Futters verhindert und die Verschmutzung der Tränke wird vermieden.

Im Laufstall muss darauf geachtet werden, dass saufende Tiere andere nicht behindern. Auch muss das Becken so aufgestellt sein, dass Verkoten nicht möglich ist und es durch Tritte und Drängen nicht beschädigt werden kann.

Frostsichere Balltränken ohne Stromanschluss

Wer in seinem Stall oder auf der Weide keinen Stromanschluss zur Verfügung hat muss auf eine frostsichere Balltränke ausweichen. Das Wasser kommt hierbei mit ca. 10 °C aus dem Boden und füllt den Tränkebehälter, bis die Bälle die Trinklöcher verschließen. Wenn Tiere trinken, wird über ein Schwimmerventil das verbrauchte Wasser nachgefüllt. Durch das nachlaufende Wasser bleibt dieses bei Kälte warm und bei Hitze kühl. Mittels des patentierten Patura Ball Verschlusssystems wird ohne Zusatz von Energie sowohl bei -30 °C als auch bei +30 °C immer frisches, sauberes und algenfreies Wasser bereitgestellt.

Das wichtigste ist das die Zuleitung in frostfreier Tiefe verläuft. Ein frostsicherer Betrieb bis -15 °C kann nur gewährleistet werden, wenn ein Minimum von 5 Tieren darüber versorgt wird. Möchte man die Tränke bis -40 °C betreiben ist eine Gruppe von 15 Tieren notwendig.

Die Balltränke muss auf einer 15cm dicken Betonplatte mit einem Rand von 30cm auf jeder Seite und einer bauseitigen Isolierung montiert werden. Durch die aufsteigende Erdwärme darf der Untergrund deshalb nicht zubetoniert werden.

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Heizbare Tränkebecken

Eine weitere Möglichkeit das Trinkwasser frostfrei zu halten, sind heizbare Tränkebecken. Hierbei sorgt eine Heizspirale im Tränkebecken für einen frostfreien Betrieb der Anlage. Da das Tränkebecken an eine 230 Volt Steckdose angeschlossen wird, empfehlen wir aus Sicherheitsgründen einen Transformator, der die Netzspannung von 230 V auf 24 V reduziert. Durch die reduzierte Spannung besteht keine Gefahr für das Tier und für den Menschen, wenn eine Kabelbeschädigung durch Tierbiss auftritt.

Als Stromsparmaßnahme empfehlen wir den Einsatz eines Thermostates. Die Kosten von ca. 70€ machen sich sehr schnell bezahlt. Das Thermostat wird einfach zwischen Steckdose und Heizung gehangen und die Einschalttemperatur wird eingestellt. Somit wird nur geheizt, wenn wirklich Frostgefahr besteht. Das Thermostat soll an die kälteste Stelle gehangen werden, da über eine Außensonde die Temperatur gemessen wird.

Umlaufsysteme

Eine weitere Variante die Tränkebecken frostfrei zu halten ist ein Umlaufsystem. Hierbei wird mittels einer elektrischen Zusatzheizung das Wasser im Kreislauf frostfrei gehalten. Durch die verschiedenen Umlaufsysteme können problemlos kleine Stallungen bis hin zu großen Außenklimaställen versorgt werden.

Die Grundvoraussetzung für den Betrieb ist eine Ringleitung bei der alle Tränken miteinander verbunden sind. Je nach Modell darf die maximal Länge 200m bis 350m inklusive Rückleitung betragen. Durch einschalten der Anlage wird mittels einer Pumpe das Wasser ständig im Kreislauf umgewälzt und mithilfe eines Heizstabes auf Temperatur gebracht. Die Wasserleitungen sind zusätzlich mit entsprechenden Material zu Isolieren.

Hinweis: Die Zuleitungen in der das Wasser nicht zirkuliert, muss durch entsprechende Maßnahmen wie z.B. einem Heizkabel frostfrei gehalten werden.

 

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